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Österreich
Katholische Jugendbewegung für Berufungen in Österreich

KIM

Bischof Ludwig Schwarz SDB, Linz
SERVITE DOMINO IN LAETITIA
Dienet dem Herrn in Freude!
Bischof Ludwig Schwarz, Linz,
erschließt sein bischöfliches Leitwort
Mein Wahlspruch, den ich mir bei der Bischofsweihe am 25. November 2001 gewählt habe, lautet auf Lateinisch „Servite Domino in laetitia“ — „Dienet dem Herrn in Freude“. Die Hl. Schrift spricht oft von der Freude. Der hl. Paulus schreibt der Gemeinde von Philippi: „Freut euch in Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! ...Der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4f.) Weil wir durch Christus erlöst und von Gott geliebt sind, haben wir allen Grund froh durch dieses Leben zu gehen. Das Schönste wartet noch auf uns: der Himmel.
Aus dieser Uberzeugung heraus sagt uns schon der Psalm 100: „Dienet dem Herrn in Freude!“ Unser Leben, das wir als Getaufte zur Ehre Gottes leben, soll immer ein froher Dienst am Herrn sein. Wer in Harmonie mit Gott und den Mitmenschen lebt, erhält von Gott den Frieden des Herzens. Die schönste Frucht des Friedens ist die Freude. Uns Christen sollte man an der Freude erkennen. Deshalb sagt der hl. Franz von Sales: „Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein trauriger Heiliger.“
Das einzige, das wir wirklich meiden wollen, ist die Sünde. Sie ist eine Beleidigung Gottes und zerstört die Harmonie zwischen Gott und uns. Als Folge geht auch die Freude verloren. Gott sei Dank hat Christus seiner Kirche das Sakrament der Buße, die heilige Beichte, geschenkt, im dem uns Gott nicht nur die Sünden verzeiht, sondern unser Herz wieder neu mit Freude erfüllt.
Der Philosoph und Gottesleugner Friedrich Nietzsche soll einmal gesagt haben: „Wenn doch die Christen etwas erlöster und froher dreinblickten, dann würde es mir leichter fallen, an ihren Gott zu glauben.“ Machen wir alles, damit wir auch im Alltag eine innere Freudigkeit im Herzen bewahren! Holen wir uns die Kraft hierfür im Gebet und in der Mitfeier der Eucharistie!
Das „Jahr der Berufung“ ist wirklich ein guter Anlass, um über die Berufung zum Priestertum nachzudenken. Wir alle spüren, dass in unseren Diözesen die Priesterberufe immer weniger werden. Darum ist die ganze Kirche aufgerufen, für die priesterlichen Berufe Sorge zu tragen: der Papst, die Bischöfe, die Priester und Diakone, die Laien, die Ordensgemeinschaften, die christlichen Familien und alle kirchlichen Erneuerungsbewegungen. Die Weckung und Förderung von geistlichen Berufen ist ein fundamentales Anliegen der Kirche, denn davon hängt ihre Sendung und Entfaltung ab. Das beste Umfeld für die priesterliche Berufung ist die wiederholte, liebende Begegnung mit Jesus Christus. Für gewöhnlich geschieht dies im Bereich einer christlichen Gemeinschaft, die durch die Frische des gelebten Evangeliums und vorher noch durch die lebendige Gegenwart Christi in ihr gekennzeichnet ist. Die kirchliche Gemeinschaft muss daher für das Wachstum priesterlicher Berufungen sorgen. Sie tut es vor allem durch ein echt christliches Leben, das vom Gebet und den Sakramenten, sowie von Freude und wahrer Liebe geprägt ist. Natürlich ist der Bischof der Erstverantwortliche für die priesterlichen Berufe. Als Vater und Freund seiner Priester wird er geeignete Seelsorger und Laien als Mitarbeiter wählen und ausbilden, die für eine gute Formung der Priesteramtskandidaten die Verantwortung übernehmen. Auf diese Weise wird dem priesterlichen Dienstamt Kontinuität gewährt und der Diözese Bestand und Entfaltung verliehen. Diese Aufgabe ist heute umso dringlicher, da in verschiedenen Diözesen die Zahl der Priester rückläufig ist. Ohne Priester aber könnte die Kirche dem Auftrag Jesu nicht Folge leisten: „Geht hin und lehret alle Völker!“ Ebenso wenig könnte sie dem anderen Wort Jesu nachkommen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Es geht um die Verkündigung des Evangeliums und die tägliche Gegenwärtig-Setzung des Kreuzesopfers, wo Christus seinen Leib hingibt und sein Blut für das Leben der Welt vergießt.